Leben mit Büchern, 11

Ein Projekt von Pat, welches sie wieder aufleben läßt. Wer Lust hat, kann sich noch anmelden und mitmachen.

Teilnehmer des Projekts

Heute mal eine Buchbeschreibung.

Ich habe kürzlich das Buch „Blackout – Morgen ist es zu spät“ von Marc Elsberg gelesen.

Das Buch war sehr spannend und es hat mich stark beschäftigt. Es hat mich mehr mitgenommen als die blutrünstigstens Krimis die ich ja durchaus gerne lese.

Marc Elsberg beschreibt eine Situation wie sie durchaus Realität werden könnte, und das hat mich sehr nachdenklich und ängstlich gemacht.

Stromausfälle gibt es in lokal begrenztem Raum immer wieder und die Menschen bleiben meistens in den Situationen ruhig. Normaler Weise ist die Lage ja in ein par Minuten oder maximal ein paar Stunden wieder normalisiert. Niemand ist deswegen ernsthaft beunruhigt, aber einen Tag ohne Strom, zwei Tage ohne Strom, und immer noch keine Aussicht auf Änderung.

Extrem war es mal bei uns im Münsterland, als für ca. eine Woche in einigen Gebieten der Strom ausfiel. Und auch da konnte geholfen werden, da ja nur ein Teilbereich des Münsterlandes betroffen war.

Wenn dann im Buch nicht nur eine Region, nicht nur ganz Deutschland – sondern ganz Europa ohne Strom ist, dann kann auch keiner mehr helfen. Wer würde da nicht verzweifeln.

Spannend ist das Buch vor allem weil es immer wieder wechselnde Schauplätze über ganz Europa verteilt sind.

Der Autor versteht es ein Gefühl zu vermitteln über diese Problematik nachzudenken und sich die Not auszumalen. Das unterscheidet diesen Katastrophenroman von blutrünstigen Krimis.

Wenn ich nicht las dachte ich weiter über Konsequemzen nach und malte mir meine persöliche Situation aus wie ich damit klar kommen würde. Die Vorstellung war grausam

Die Gewißheit, wie abhängig wir vom Strom und der digitalen Welt sind wurde mir mit aller Deutlichkeit vor Augen geführt.

Für mich wäre es kein Problem für einige Zeit auf meinen Rechner, auf das Handy oder den Fernseher zu verzichten, aber kein Wasser zu haben (Toiletten funktionieren nicht) Das Essen im Gefierschrank verdierbt, es kann auch nicht zubereitet werden. Nachschub gibt es nicht, die Geschäfte öffnen nicht. Sobald der Tank leer ist, steht kein Auto zur Verfügung. Der öffentliche Nahverkehr funktioniert nicht. Die Häuser werden kalt, es sei denn man hat einen Kamin oder Kachelofen.

Noch schlimmer die Lage in Krankenhäusern und Altenheimen. Die Menschen „verenden“ jämmerlich und niemand ist da der sich um sie kümmert. Wer Tabletten benötigt bekommt keine neuen. Apotheken bekommen kein Nachschub.

Der blanke Horror sich diese Situationen auszumalen.

Ich dachte zu Anfang, so viele Seiten über Stromausfall, das wird doch langweilig, aber die kurzen Kapitel und die immer wieder wechselnden Schauplätze mit der jeweiligen Dramatik und den Leiden der Bevölkerung vor Ort lassen das Buch nicht langatmig oder langweilig werden.

Piero Manzani, ein ehemaliger gefürchteter Hacker, hat schon früh eine Erkenntnis zur Ursachenfindung gewonnen, aber zuerst glaubt ihm mal niemand. Mehr will ich dazu nicht verraten.

Ich kann das Buch sehr empfehlen.

Fazit:
Marc Elsberg beschreibt eine Situation wie sie durchaus Realität werden könnte, und das hat mich nachdenklich, ja sogar ängstlich gemacht. Das Szenario macht einen so realistischen Eindruck, dass es bei mir ein mulmiges Gefühl in der Magengegend hervorrief.

Meine Beiträge zum Projekt


Nachtrag:

Ein Bericht bei plusminus der sich mit dem Thema Stromausfall befaßt „Licht aus – Wenn in Deutschland der Strom ausfällt“


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31 Kommentare zu Leben mit Büchern, 11

  1. do sagt:

    Über die Konsequenzen eines Stromausfalls nachzudenken zeigt uns unsere Abhängigkeit auf. Das könnte heilsam sein. Aber wenn das Lesen dann im Magen zu spüren ist … :kopf-kratz:
    Herzlich, do

    • Agnes sagt:

      Blutrünstige Krimis sind für mich wie früher die Märchen.
      Es wird ja letztendlich das Böse besiegt, ich glaube darum ist es so für mich.
      Aber dieses war so nah an der Realität, ich dachte immer wieder darüber nach wie es mir in der Situation gehen würde, und wie machtlos wir wären.

  2. Elke sagt:

    Liebe Agnes,
    Ja darüber nachzudenken, über die Konsequenzen eines kompletten Stromausfalls für lange Zeit wäre nützlich für alle, denn es zeigt uns ja unsere Abhängikeit auf.
    En schlimmer Gedanke, denn auch Krankenhäuser,Transporte usw wären ja davon auch betroffen..Man kann sich das Ausmass nicht so Recht Vorstellen für eine längere Zeit und in ganz Europa.

    Liebe Grüsse
    Elke

    • Agnes sagt:

      Man kann es sich nicht vorstellen, auch wenn die Beschreibungen in dem Buch mir so eine Realität ziemlich hautnah vor Augen führte.
      Der Gedanke, dass das wirklich passieren könnte macht mir Angst.

  3. Mara sagt:

    Danke für den Buchtipp.
    Herzliche Grüße
    Mara

  4. moni sagt:

    Liebe Agnes,
    auch ich habe diesen spannenden „Zukunfts“Roman gelesen und fand ihn gerade wegen der Aktualität so interessant. Mir ist es wie Dir gegangen, man kann die Folgen eines solchen „Black Out“ heute schon sehen und was man sieht, ist nicht gut. Die hohe Abhängigkeit macht einem ein wenig Angst und Bange.
    Momentan lese ich den 2.Ramon von Marc Elsberg „Zero“. Das Genre ist ähnlich, aber noch ein wenig mehr eingehend auf die Art der digitalen Zukunft. Ebenfalls sehr interessant und spannend und durchaus empfehlenswert.
    Lieben Gruß
    moni

    • Agnes sagt:

      Den zweiten Band „Zero“ hab ich schon im SUB, aber es wird noch ein wenig dauern bis ich ihn lese.
      Es ist immer so schwer für mich, zu entscheiden was ich als nächstes lese, habe einfach zu viele Bücher zur Auswahl.
      Blackout sollten wirklich alle (viele) lesen um mal über diese Abhängigkeit nachzudenken.
      Für mich hat Vorratshaltung jetzt wieder einen anderen Stellenwert. und nicht in Form von Tiefkühlprodukten.

  5. Kunterbunt sagt:

    Ich hatte damals in meinem Blog auch darüber berichtet und für Vorratshaltung etc. plädiert. Die meisten sind da recht sorglos. Wenn es so schlimm käme wie in ‚Blackout‘, kann man natürlich nichts mehr machen. Dann brechen alle gesellschaftlichen Übereinkünfte weg und es würde Anarchie herrschen. Vielleicht hat Elsberg es so drastisch dargestellt, damit wir uns mal Gedanken über die Abhängigkeiten machen, in denen wir leben.
    Herzliche Grüße ♥

    • Agnes sagt:

      Von Dir hatte ich ja diesen Lesetipp, und bei mir hat sich schon etwas geändert in Sachen Vorrat.
      Aber eine Woche oder länger wären wir mit dem was wir an Konserven etc. im Haus haben auch nicht versorgt.
      Zumindest möchte ich jetzt immer reichlich Mineralwasser vorrätig haben.
      Die Vorstellungen, die Marc Elsberg in mir geweckt hat haben mir jedenfalls Angst gemacht.

  6. twinsie sagt:

    Wenn man darüber nachdenkt, welche Konsequenzen so ein Stromausfall bringen würde, macht einem das doch ein wenig Angst. Danke für den Buchtipp!

    Liebe Grüße
    Eva

    • Agnes sagt:

      Das Buch kann ich Dir sehr empfehlen, da werden Dinge aufgezeigt, an die denkt man so gar nicht, dass das alles nicht mehr funktioniert.

  7. twinsie sagt:

    deinen Header find ich übrigens total lieb…..mag Rotkehlchen sooooo sehr!

  8. Sandra sagt:

    Hallo Agnes,

    Black Out habe ich noch nicht gelesen, aber es klingt spannend. Und was so alles mit einem europaweiten Stromausfall passieren würde, ist eine wirklich gruselige Situation. Zero und Helix von Marc Elsberg kenne ich und fand beide sehr spannend. Nach meinem Kommentar bei dir wandert der Titel mal direkt auf meine Wunschliste. :ja: .

    Liebe Grüße
    Sandra

    • Agnes sagt:

      Blackout ist das erste Buch von Marc Elsberg, Zero und Helix sind Buch 2 und 3, aber da es meiner Meinung nach keine Serie ist, ist die Reihenfolge wohl egal.
      Eine Bekannte (Kunterbunt weiter oben) hat mir das Buch empfohlen und nach ihrer Meinung ist Blackout das beste Buch von Eslberg, daher hab ich das auch zuerst gelesen.
      Ich denke ich werde dann bei Dir darüber lesen wie Dir dieses Buch gefallen hat.

  9. eva sagt:

    Ich finde es gut, wenn man ab und an darüber nachdenkt, „was wäre wenn“?

    Wir sind so abhängig von all dem vom Wasser, das aus der Leitung kommt, von der Clospülung, von so vielen Dingen auch, wie dem Auto usw.

    Der Strom kommt aus der Steckdose, jaa, aber wenn er halt nicht mehr kommt.
    Ich finde, dass wir mit all den Dingen viel zu sorglos umgehen.
    Man schaltet den Trockner ein und er läuft, so ist es mit vielen Dingen.

    Der Kühlschrank, der Gefrierschrank und und und.

    Er ist lebensnotwenig, wie du auch richtig schreibst, in Krankenhäuser, Altenheimen usw.

    Mit meinen Vorräten konnte ich schon eine Woche überleben, aber ohne Strom??

    Lieben Gruß Eva

    • Agnes sagt:

      Ich weiß nicht ob ich so viele Vorräte habe, dass die eine Woche und mehr reichen.
      Zuerst müßte ja die Sachen aus der Truhe genommen werden, ehe die verderben.
      Aber was schmeckt schon kalt? Ich würde Gemüse durchaus kalt essen (im Notfall), aber Fleisch sicher nicht. Und wo entsorgen, denn die Müllabfuhr käme ja auch nicht mehr.
      Dazu wenn es im Winter passiert und die Wohnräume immer mehr abkühlen.
      Ein unvorstellbares Szenario, was Marc Elsberg uns aber ziemlich deutlich vor Augen führt.

  10. Kirsi sagt:

    Vor Kurzem hat ein Bekannter mir dieses Buch schon empfohlen und nun lese ich hier Deine Meinung, ja definitiv es wird wohl auch demnächst meines werden.
    Danke für das Vorstellen, schönen Donnerstag
    Kirsi

    • Agnes sagt:

      Ich habe es auch im Bekanntenkreis empfohlen, und weil mein Mann nicht warten wollte bis ich es durch gelesen hatte, und er meinen Reader bekommen kann, hat er sich das Buch aus der Bibliothek geholt.
      Das war schön es gleichzeitig zu lesen, so konnten wir immer wieder darüber diskutieren.
      Wir haben jetzt definitiv mehr Mineralwasser vorrätig, und auch Konserven, die ich sonst eher nicht mehr kaufte, stehen jetzt wieder im Keller.
      Bin gespannt auf Deine Meinung zu dem Buch, wenn Du es gelesen hast.

  11. Pat sagt:

    Ich habe auch schonmal über solche Dinge nachgedacht. Das hat mir auch viel Angst gemacht und ich habe damit aufgehört. Es gibt schon viel zu viele Dinge in unserem Alltag, die einen Angst machen können.

    • Agnes sagt:

      Zumindest hat das bei mir zum Nachdenken geführt in Sachen Vorratshaltung.
      Mineralwasser und einiges an Konserven werde ich jetzt vorrätig haben, das würde zwar auch nicht für einen so langen Zeitraum (wie im Buch) reichen, aber das war ja auch ein Extremfall wie er wohl kaum mal eintreten wird.

  12. Edith T. sagt:

    Angst macht mir so etwas nicht wirklich.
    Es gibt so viele Unwägbarkeiten im Leben, dass ich mich nicht verrückt machen will mit Szenarien, die eintreffen könnten, aber nicht müssen.
    Das trifft z. B. auch auf das belgische Atomkraftwerk nahe Aachen zu. Von einem GAU dort wären wir mit Sicherheit auch betroffen. Das ist beunruhigend, aber Angst entsteht dadurch bei mir nicht – eher die Sorge um die nachfolgenden Generationen.

    Vorräte haben wir immer in einer gewissen Menge hier, allerdings nicht so, dass wir uns z. B. 2 Wochen vernünftig ernähren könnten. Aber überleben könnten wir damit eine gewisse Zeit allemal.

    LG, Edith

    • Agnes sagt:

      Angst hat es mir nicht gemacht, ich konnte schon deshalb schlafen.
      Es hat mich sehr nachdenklich gemacht, ich habe viel an das Buch gedacht, auch als ich es schon gelesen hatte.

      Bei mir hat es bewirkt, dass ich anders über Vorratshaltung denke.
      Bislang war Vorratshaltung bei mir mehr die Tiefkühltruhe, aber die nutzt bei längerem Stromausfall nichts mehr.
      Da hilft bringt ein Glas Heißwürstchen schon mehr, und die habe ich eher selten vorrätig.
      Ich weiß nicht wie lange wir ohne Strom, also ohne neue Einkäufe leben könnten, aber ich denke das geht nur ein paar Tage.

      Es kann nicht schaden wenn wir mal über die Abhängigkeit von der Elektrizität und der ganzen Digitalisierung nachdenken. Auch wenn das so extrem wohl nie eintreten wird, aber nur 10% davon reichen schon für ein Chaos.

      Ich habe später noch einen Link unter den Beitrag gesetzt, da wird so einiges zu dem Thema gesagt. Bei uns im Münsterland hatte im November 2005 ein Gebiet 6 Tage lang keinen Strom. Die Bauern denken heute auch anders als vor 2005 (wird in dem Beitrag berichtet). Und so selten sind Stromausfälle nicht. Jeden Tag gibt es deutschlandweit 473 Stromausfälle, das ist viel finde ich.

  13. Steinegarten sagt:

    Ich habe das Buch auch mit einem sehr mulmigen Gefühl gelesen – alles scheint so realistisch und möglich … habe nach der Lektüre sogar kurzfristig meine Vorräte überprüft ;-)

    • Agnes sagt:

      Ich glaube schon dass der Autor übertrieben hat, es wird wohl kaum ganz Europa gleichzeitig ohne Strom sein.
      Aber gebietsweise kommt das ja durchaus vor von daher fand ich das Buch auch so erschreckend realistisch, ich dachte viel darüber nach, wie das für mich wäre.
      Das Buch hat mich jedenfalls mehr bewegt als manche der blutrünstigen Krimis die ich sonst lese.

  14. Edith T. sagt:

    Danke!
    Leider ist der Beitrag nicht mehr zu sehen.
    Ich bin zu spät dran.

  15. Roswitha sagt:

    Klingt echt furchtbar. Sich so eine Situation auszumalen, nein, dass möchte ich im Moment überhaupt nicht.
    Gruß, Roswitha

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