Thriller? – Eher eine Enttäuschung

Mein letzter Eintrag veranlaßt mich, doch mal wieder eine Buchbeschreibung in den Blog zu setzen.
Bei den letzten Buchbeschreibungen hatte ich das Gefühl, das interessiert keinen, und dafür ist mir die Zeit dann zu schade meine Gedanken zu dem Buch in Worte zu fassen.

Ich war total gespannt auf die Bücher vom Autoren Duo Erik Axl Sund, sie wurden im Vorfeld hochgelobt, ich hatte das Gefühl „das muss ich einfach lesen“. Der erste Band der Trilogie über Victoria Bergmann ist das „Krähenmädchen“.


Es wurde viel über dieses Buch geredet und geschrieben und mir scheint die Vorschußlorbeeren waren zu hoch angesetzt.

Ich lese gerne nordische Krimis, wie gut dass ich bereits positive Erfahrungen mit anderen Autoren gemacht habe, sonst wäre dies der letzte Skandinavien Krimi gewesen den ich gelesen habe.

Es gibt verschiedene Handlungstränge, die wohl nach und nach zusammengeführt werden sollen. Zu Beginn haben mich die verschiedenen Blickwinkel noch neugierig gemacht, was aber zunehmend langweilig wurde.

Manchmal dachte ich, die Autoren hätten den Überblick über ihre Protagonisten verloren. Zu viele Figuren, zu wenig Zusammenhänge, viele Details und Informationen, die ich nicht einzuordnen waren.

Immer wieder habe ich geblättert und rückblickend gelesen, damit ich noch wusste, worum es geht (was bei einem E-Book nicht so der Hit ist). Das macht für mich kein wirkliches Lesevergnügen aus.

Laufend wurden die Erzähler gewechselt und das verwirrte total. Wenn ein Kapital nur drei Seiten umfaßt und dann schon wieder zur nächsten Geschichte wechselt, dann ist das kein Spannungsbogen.

Die Themen (Missbrauch, Folter usw.), die in dem Buch behandelt sind hart, darauf sollte man vorbereitet sein. Insgesamt ist die Handlung aber sehr langgezogen. Und durch die über detaillierte Beschreibung vieler Szenen eher langweilig.

Die Charaktere sind allesamt geschädigt, es gibt nicht eine Person, die keine kranke Vergangenheit oder eine geschädigte Lebensgeschichte hat.

Alles in allem würde ich sagen, dass es nicht wirklich ein Psychothriller ist. Eher ein Krimi, dem jedoch jegliches Tempo und Spannung fehlen.

Sehr schade da ich mir von diesem Buch mehr erhofft hatte

Da ich Band zwei bereits auf dem Reader hatte, hab ich mir den auch noch angetan, darüber schreib ich auch noch.


Nachtrag:

Hier ist eine Leseprobe


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12 Antworten zu Thriller? – Eher eine Enttäuschung

  1. minibar sagt:

    Also eine Enttäuschung für dich.
    Nicht so schön.
    Ich lese nur noch selten Bücher.
    Liebe Grüße Bärbel

    • Agnes sagt:

      Ich bin ja ein Durchhalter und lege nur selten ein Buch zur Seite was ich nur teilweise gelesen habe.
      In diesem Fall hätte ich nach Band 1 aufhören sollen.

  2. Ingrid sagt:

    Für dich war das jetzt enttäuschend, aber mir z.B. erspart es das Lesen. (Danke!)

    Möglicherweise ‚reiten‘ jetzt viele auf dieser Skandinavienwelle, so wie das bei den Regionalkrimis auch der Fall ist. Was da alles für ein Schrott angeboten wird! Dazu kommt – das beobachte ich auch bei Tatort-Krimis im TV – dass ‚krank‘ jetzt ‚in‘ zu sein scheint. Verwirrende Handlungsstränge mag ich auch nicht so sehr. Man muss immer noch ungefähr nachvollziehen können, worum es geht.

    Dein ‚Fall‘ zeigt auch, dass man sich von neuen Autoren erst mal nur ein Buch zum Probieren kaufen soll, sonst hat man schnell unnötig Geld ausgegeben.

    LG, Ingrid

    • Agnes sagt:

      Es gibt auch Rezensionen die das Buch sehr loben, es ist echt sehr gemischt.

      Allerdings in meinem persönlichen Bekanntenkreis sind wir alle der Meinung, dass diese Trilogie ein Flop ist.
      Nur ein Buch kaufen hätte in diesem Fall nichts gebracht, denn die 3 Bände sind im Grunde ein Buch.
      Jedes Buch hat ein offenes Ende, so dass man (ich zumindest) meint man müsse jetzt das zweite und dritte Buch auch lesen um die Lösung zu erfahren.

      Falls es Dich interessiert, hier gibt es eine Leseprobe zu Krähemnädchen. Ist ja ganz informativ mal die ersten Seiten zu lesen. Da wird auch schon klar, wie oft die Orte und Begebenheiten ändern, das war für mich das grausigste an den Büchern.

      An sich mag ich die Skandinavien Krimis, beginnend mit Stieg Larsson (der beste von allen) dann Henning Mankel, Das Duo Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt (super gute Schreiber), Jussi Adler-Olsen, Arne Dahl, Håkan Nesser sowie Jo Nesbø der mich allerdings nicht so begeistert. Vielleicht hab ich auch noch ein paar vergessen.

      Im Moment lese ich ein Buch von Tana French, die Autorin schreibt sehr schön, mit sehr viel Niveau, (Leseprobe ist hier) ich könnte mir vorstellen, dass Dir dieser Lesestil zusagt.

      Ich liebe es mich über Bücher auszutauschen! :book:

  3. Ingrid sagt:

    Die Geschmäcker sind natürlich immer verschieden, aber die Trilogie kommt bei den Beurteilungen bei A. nicht gut weg. Tana French klingt interessant … meine Liste verlängert sich;-) Ich habe neulich die Onleihe entdeckt, die elektronische Ausleihe in der Stadtbücherei. Man muss natürlich einen Leseausweis haben, aber das lohnt sich wirklich. Hätte ich das damals gewusst, hätte ich mir keinen Kindle gekauft, sondern einen anderen Reader, mit dem man sie lesen kann. So muss ich ein Tablet nehmen.

    Stieg Larsson … neulich habe ich seine drei Bücher noch einmal gelesen. Jedesmal bedaure ich, dass er so früh gestorben ist. Was hätte der noch alles schreiben können.
    Nesbo hat mir gut gefallen, wegen der Sprache und der Handlung, aber der Ermittler Harry Hole ist ein kaputtter Typ.
    Kennst du Fred Vargas? Ich habe zwar nicht alle gelesen, aber sie haben mir gefallen, sind ein wenig skurril (typisch französisch, würde ich sagen).
    Liebe Grüße,
    Ingrid

    • Agnes sagt:

      Sowohl bei A.. wie auch bei Lovelybook und bei der Krimi Couch sind die Beurteilungen teils niederschmetternd, teils aber auch positiv.

      Ich habe mir deshalb nicht den Kindl gekauft, weil ich erstens nicht an A.. gebunden sein wollte, und zweitens weil ich in unserer Bibliothek die Bücher auch online ausleihen kann aber halt nur auf anderen Readern.

      Wenn Dir Stieg Larsson gefällt, könnte Dir auch das Duo Hjorth / Rosenfeldt gefallen, am besten mit dem ersten Buch anfangen, weil die Lebensgeschichte der Personen sich entwickelt (wie oft bei Serien).

      Der chaotische Harry Hole ist es wohl, der mir die Bücher von Jo Nesbø verleidet.

      Da gefällt mir eigensinnige, verschrobene Ermittler Carl Mørck von Jussi Adler-Olsen doch entschieden besser.

      Vielleicht lese ich noch mal ein weiters Buch von Jo Nesbø, aber es gibt so viele andere Bücher, meine Wunschliste (nicht der SuB) ist so lang, die kann ich in diesem Leben nicht mehr alle lesen! Meine Wunschliste umfassst sicher um die 1.000 Bücher, und sie wird eher länger als kürzer.

  4. do sagt:

    Ich finde verschiedene Handlungsstränge zwar gut, aber man muss die Übersicht im Kopf behalten können. Und zum Schluss muss der Autor sie logisch zusammenführen können.
    Danke für deinen Tip.
    Herzlich, do

    • Agnes sagt:

      Die eher niederschmetternde Beschreibung des Buches ist natürlich meine ganz subjektive Empfindung.
      Ich möchte niemanden abraten die Bücher zu lesen, es kann (und sollte) sich ja jeder selber eine Meinung bilden.

      Du kannst ja mal ein paar Seiten lesen, es gibt ja eine 40-seitige Leseprobe zu Krähemnädchen.

      Da wird schon klar wie kurz die Kapitel sind und dass nach wenigen Seiten zu einem anderen Ort gewechselt wird, und auch immer wieder eine andere Zeit beschrieben wird. Das verwirrt noch mehr.

      Total schlimm fand ich, dass das Buch mit ganz vielen offenen Fragen endet, man also gewissermaßen gezwungen ist den zweiten Band zu lesen, sonst ist es so als wenn man mitten im Buch aufhört.

  5. Anne sagt:

    Hallo Agnes, das mit Buchrezensionen ist halt so eine Sache. Gut, wenn z.B. 200 Leute irgendwo zu dem Buch eine positive Meinung hinterlassen, könnte man geneigt sein zu glauben, dass das Buch es Wert wäre es zu lesen. Manchmal aber kann man trotz dieser Rückmeldungen auch gewaltig hereinfallen, wie mir z.B. mein Ältester, der u.a. auch nach solchen Kriterien seine Bücher auswählt, mir neulich erst erzählte.

    Naja, alles in allem isses sicher oft auch Glückssache ein gutes Buch zu kaufen.

    Liebe Grüße, Anne

    • Agnes sagt:

      Man muss schon mehr als eine Rezension lesen, wenn man das Kaufverhalten davon abhängig macht.

      Außerdem ist es für mich relevant wer das schreibt, wenn die Person schon Bücher rezensiert hat die ich auch gelesen habe, dann habe ich in etwa einen Vergleich ob wir auf einer Wellenlänge liegen. Außerdem kann man (bei Lovelybooks z. B.) sehen ob die Leute viele Bücher beschreiben und sich bemühen möglichst objektiv zu sein.
      Das sind alles Kriterien für mich wie ernst ich eine Rezension nehme.

      Denn eine Buchbeschreibung ist im Grunde immer subjektiv und Geschmack ist nun mal verschieden.

      Deshalb tausche ich mich auch am liebsten mit Bekannten verbal über Bücher aus, und zum Glück habe ich da reichlich hier in meinem Umfeld, die auch auf meiner Wellenlänge liegen (Freundinnen, frühere Arbeitskollegen und Kolleginnen).

  6. Klaus sagt:

    Du bist also Durchhalter, Glückwunsch dazu, beste Grüße, Klaus

    • Agnes sagt:

      Ich bin lesesüchtig!
      Wenn ein Buch spannend war, habe ich das früher schon beim Kochen neben dem Herd liegen gehabt, und während ich im topf rührte dabei gelesen.
      Damit das Buch geschont wurde, habe ich es häufig mit einer Folie abgedeckt!
      :book:

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