Der Stern

Auch in diesem Jahr sind die Sternsinger nicht bei uns gewesen. Am Montag berichtete die örtliche Presse, dass die Kinder am Samstag leider wieder nicht geschafft hätten alle Haushalte zu besuchen, wer dennoch spenden möchte, kann einen Geldbetrag an das Kindermissionswerk überweisen.

Ich verstehe zwar, dass man es den Kindern nicht zumuten kann mehrere Tage durch unseren Ort zu marschieren, ich weiß dass meine Söhne mal einen zweiten Tag losgewandert sind, weil sie nicht alle abgesprochenen Straßen abgewandert waren. Während sie am ersten Tag noch sehr euphorisch losgezogen sind, waren sie am zweiten Tag doch recht lustlos, verständlicher Weise.

Aber schade ist es schon, wenn viele Haushalte keinen Besuch von den Sternsingern mehr erhalten.


Passend zum Dreikönigstag ein neues Gedicht zu eben diesem Thema.
Ich finde es sehr nett, mit einem kleinen Schmunzeln im Gesicht zu lesen, wie halt bei Busch seinen Texten so üblich.

Der Stern

Hätt einer auch fast mehr Verstand
Als wie die drei Weisen aus Morgenland
Und ließe sich dünken, er wär wohl nie
Dem Sternlein nachgereist wie sie;

Dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest
Seine Lichtlein wonniglich scheinen läßt,
Fällt auch auf sein verständig Gesicht,
Er mag es merken oder nicht,
Ein freundlicher Strahl
Des Wundersternes von dazumal.

Wilhelm Busch
(* 15. 04. 1832; † 09. 01. 1908)

busch_derstern


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10 Responses to Der Stern

  1. minibar sagt:

    Liebe Agnes, zu uns sind sie auch nicht gekommen. Wir müssten sie anfordern.
    Meine Tochter ist damals grundsätzlich 2 Tage unterwegs gewesen.
    Sie haben überall angeklingelt.
    Das Gedicht ist toll, der Wilhelm Busch, der kann es, lach.
    deine Bärbel

    • Agnes sagt:

      Bei uns sind sie schon einige Jahre nicht mehr gewesen, ich finde das sehr schade.
      Wahrscheinlich sind zu wenig Mesßdiener da gemessen an den Haushalten.

  2. Anna-Lena sagt:

    Bei uns in der Diaspora sieht man sie sowieso kaum.
    Der Wilhelm Busch bringt auch mich heute an einem schneereichen Tag zum Lachen :lol: .
    Liebe Grüße zu dir,
    Anna-Lena :jubel:

    • Agnes sagt:

      So sterben die Sitten nach und nach aus.
      Als ich Kind war, war im September die Feier von St. Lamberti hier im Münsterland sehr weit verbreitet.
      Ich habe dieses Fest als eins der schönsten in meiner Kindheit in Erinnerung, aber niemand pflegt das heute noch.

      Wilhelm Busch seine Gedichte haben einen besonderen Reiz finde ich, man liest sie immer mit einem Schmunzeln im Gesicht.

  3. do sagt:

    Dir zum Trost: hier waren die Kinder bis jetzt auch nicht. Es kann aber sein, dass sie heute nochmals unterwegs sind.
    Herzlich, do

    • Agnes sagt:

      Sie waren schon länger nicht mehr bei uns, leider.
      Wobei ich es verstehe, wenn es zu wenig Meßdiener gibt die als Sternsinger rumgehen dann schaffen sie es halt nicht sämtliche Haushalte zu besuchen.
      Und dass die Kinder dafür mehrere Tage losgehen, das muss auch nicht sein.

  4. Werner sagt:

    Bei uns sind sie gekommen, auch ohne Anforderung, sogar 4 waren es. Sie hatten einfach einen zweiten Mohren dabei :-). Auf unserer Haustür wurde eine art Tafelfolie geklebt und K+M+B 2016 draufgeschrieben. Natürlich haben wir gespendet nachdem sie allles aufgesagt hatten. Als extra Bonus gab es dann für jeden noch einen Berliner, der rutzputz gegessen war, ich glaube das sie Hunger hatten nach dem vielen laufen.

    Gruß Werner

    • Agnes sagt:

      Als meine Kinder Meßdiener waren sind sie auch viele Jahre als Sternsinger von Haus zu Haus gezogen. Oft waren sie auch zu viert, damit alle Kinder untergebracht wurden.
      Später wurden die abzulaufende Gebiete immer größer, die Meßdiener immer weniger und jetzt sind sie wohl an einer Schmerzgrenze angekommen, dass das nicht mehr zu schaffen ist.
      Schade ist das.
      Gut dass Du ihnen Berliner angeboten hast, denn ich weiß noch von meinen Kinder dass sie immer Schokolade und Süßigkeiten in Hülle und Fülle bekamen, aber selten etwas zum Trinken oder Essen.
      Aber einige Mütter die das wußten, die haben sich dann auch gut um die Sternsinger gekümmert.
      Ich habe dann auch nie wieder Schokolade gekauft, sondern andere Dinge angeboten.
      Einer meiner Söhne war mal mit seinen Sternsingerkollegen bei einer Mutter mittags zum Pommes essen eingeladen, das hat den Kindern so gut getan.

  5. pETRA sagt:

    Bei uns kommen sie ganz verlässlich immer am 5. Januar, schon seit Jahren ist der Termin für unsere Straße immer der Gleiche. Dieses Jahr waren es mal die ganz Kleinen, das war total nett :-)
    Ich wünsche Dir bzw. Euch an dieser Stelle nochmals alles Gute für das neue Jahr.
    LG und biba
    pETRA

    • Agnes sagt:

      Das war hier auch mal so. Ich vermute wir haben inzwischen zu wenig Meßdiener für diese Aufgabe.
      Hier sind leider einige unschöne Dinge passiert, die das Ansehen der Kirche sehr geschmälert haben, vielleicht hat es damit zu tun, dass nicht mehr so viel Kinder Meßdiener werden.
      Hier wurde letztes Jahr das Krankenhaus geschlossen, und da es im Besitz der kath. Kirche war (ist) und niemand die Beweggründe usw. nachvollziehen kann.
      Das ist jetzt eine (nicht unbegründete) Vermutung von mir.

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